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Hoher Skalar, Segelflosser (Pterophyllum altum Pellegrin, 1903)



Einleitung
Der Hohe Skalar ist eine majestätische Erscheinung, der durch seine Größe, Ruhe besticht. Im normalen Zoohandel sind überwiegend Wildfänge, vorzugsweise in den Wintermonaten anzutreffen. Sie sind dort meist zwischen 4-6 cm lang und 6-8 cm hoch. Lassen Sie sich nicht von den Tieren täuschen, sie wachsen schnell.

Größe und Lebenserwartung
Bis etwa 18 cm lang und bis zu 30 cm hoch. Selten werden Individuen noch größer bis deutlich über 35 cm Höhe. Die genaue Lebenserwartung der Art ist bisher meines Wissens nicht bekannt, sie dürfte aber deutlich mehr als 10 Jahre, evtl. 15-16 Jahre betragen.

Verbreitung
Orinoco und Nebenflüsse (Rio Atabapo).



Das Bild (Copyright bei Tobias Möser - http://www.tobias-moeser.de) zeigt 3 Jungtiere des Altum-Skalares im Alter von etwa 8 Monaten. Im nachfolgenden Bild sind zwei der drei Tiere im Alter von 3,5 Jahren in einer Höhe von nunmehr 22 cm zu sehen.



Haltung
Die Haltung ist eigentlich einfach, wenn einige Rahmenbedingungen stimmen. Als erstes ist die Endgröße der Tiere zu berücksichtigen. Bei bis zu 20 cm Körperlänge und 30-35 cm Höhe braucht man schon sehr große und vor allem hohe Becken, um die Tiere artgerecht halten zu können. 60 cm Beckenhöhe sollten die absolute Untergrenze sein, besser wären 70 cm (man denke an den Bodengrund) und mehr. Des weiteren ist das Sozialverhalten der Tiere zu berücksichtigen, das eine Haltung in Gruppen mehrerer Tiere nahelegt. Als Maß kann etwa 80 l für einen ausgewachsenen Hohen Skalar angesetzt werden.

Bezüglich der Wasserwerte ist Pterophyllum altum eher tolerant und erträgt auch mittelhartes und leicht alkalisches Wasser, dennoch sollte für eine artgerechte Haltung das Wasser weich bis sehr weich und der pH-Wert dauerhaft unter 7 gehalten werden. Die Art benötigt sauberes Wasser, ausreichende, regelmäßige Wasserwechsel sind für das Wohlbefinden von Vorteil. Torfzusätze oder Einhängen von ungedüngten Schwarztorf ins Becken fördert das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere.

In der Literatur wird empfohlen, die Tiere bei Temperaturen um 28C zu halten. Dies kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen, die Skalare sind eher temperaturtolerant und vertragen auch Wasserwechsel mit Kaltwasser und Temperaturabfall bis zu 20C. Dennoch würde ich jedem "neuen" Altum-Pfleger raten, die Tiere, vor allem bei Wildfängen, erst einige Monate bei der hohen Temperatur zu halten und dann, wenn man ein Gefühl für den Gesundheitszustand der Tiere entwickelt hat, die Temperatur langsam auf 26 zu senken. Sommerliche Hitzeperioden mit Beckentemperaturen von jenseits 30C werden mühelos von den Tieren hingenommen.

Wildfang-Altum-Skalare gelten als eher anfällig gegen Parasiten. Auch diese Angabe kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Trotzdem sollte man auch vor einer Vergesellschaftung mit sehr empfindlichen Arten eine mindestens mehrwöchige Quarantäne durchführen, um den Gesundheitszustand der Tiere zu überprüfen.

Die Bepflanzung des Beckens ist eher zweitranging, jedoch benötigen die Tiere Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten zwischen senkrechten Strukturen im Becken. Dichte Bestände von Vallisnerien oder Amazonas-Pflanzen und zusätzlich senkrechte ins Becken eingebrachte Holzstrukturen bieten den Tiere ausreichend Rückzugsmöglichkeiten.

Altum-Skalare sind relativ schreckhaft. Man vermeide, zumindest in der Eingewöhnungszeit, hektische Bewegungen am Aquarium, und achte auch beim Wasserwechsel, daß die Tiere, die sich dann gerne in Ecken des Aquariums zurückziehen, nicht zu sehr gestört werden. Anderenfalls schießen sie regelrecht und oft auch orientierungslos durch das Becken, wobei sie sich leicht an Scheiben und Dekorationen verletzen können.

In der Ernährung sind sie eher wenig wählerisch, dennoch bevorzugen sie eindeutig größeres Lebendfutter und Frostfutter, insbesondere schwarze und weiße Mückenlarven sowie Artemia und ähnlich große Krebse. Wildfänge gehen zwar auch an Flockenfutter und Tabletten, die sie durchaus ganz verschlingen, oft spucken sie dieses Futter aber wieder aus. Es kann durchaus vorkommen, daß die Tiere zusätzlich pflanzliche Nahrung aufnehmen. Eigene Beobachtungen liegen bei Wasserlinsen und Gurkenstückchen vor, die gerne, wenn auch nicht regelmäßig, genommen werden

Sozialverhalten und Geschlechtsunterschiede
Altum-Skalare sind Buntbarsche. Buntbarsche sind fast grundsätzlich in der Fortpflanzungszeit territoriale Arten, d.h. es kommt zu Rivalitäten zwischen sich absondernden Paaren und anderen Tieren der Gruppe. Sie sind im Schnitt zwar friedliche und ruhige Tiere, dennoch sind es auch Raubfische, die das Maul sehr weit vorstülpen können und kleinere Fische als ganzes verschlingen können. 15 cm hohe Altum-Skalare sind durchaus in der Lage 3,5 cm große Salmler wie Neon oder Schrägschwimmer zu fressen. Sie sollten daher nicht mit kleinerenm, schlanken Salmler bis etwa 4-5 cm Größe vergesellschaftet werden. Auch das Ruhebedürfnis dieser majestätischen Fische ist zu berücksichtigen. Quirlige Schwarmfische stören die Tiere nur.

In der Jugendzeit vor der Geschlechtsreife sind die Tiere in größeren Gruppen organisiert, worauf man bei einer artgerechten Haltung achten sollte. Ideal wären daher Gruppen von etwa 6-8 Jungtieren, was natürlich große Becken voraussetzt. In dieser Phase ihrer Entwicklung geben die Gruppen den einzelnen Tieren Schutz vor Freßfeinden (in der Natur) und sie stehen sehr oft zusammen.

Mit Eintritt der Geschlechtsreife kann sich das Verhalten ändern. Es kommt zu Paarbildung, die dann innerhalb des Beckens Reviere abgrenzen und diese dann vor allem während der Laichperioden verteidigen. Auch aus diesem Grunde sind die großen Becken erforderlich. Es kann trotzdem bei Hälterung in großen Becken erforderlich werden, je nach Aggressionspotential, sich von anderen Tieren der Gruppe zu trennen.

Die Vergesellschaftung mit etwas größer werdenden Beifischen wie Trauermantelsalmler, Beilbäuchen und Panzerwelse ist problemlos. Abraten würde ich von der Vergesellschaftung mit größeren Harnischwelsen. Bei diesen kann es vorkommen, daß sie sich nachts an den senkrecht ruhig im Wasser stehenden Skalaren ansaugen und diese dabei verletzten können.

Sichere äußerlich sichtlich erkennbare Geschlechtsunterschiede sind "allgemein" nicht bekannt. Die Angaben zum tieferen Stirnbuckel bei den männlichen Tieren können so nicht bestätigt werden. Die sichere Unterscheidung ist nur an der Genitalpapille möglich. Trotzdem ist eine Einschränkung erforderlich, da es anscheind doch bei ausgewachsenen Wildfängen sekundäre Geschlechtsmerkmale geben könnte. Genaueres müßte noch untersucht werden (s. auch Zucht).

Zucht
Die Zucht des Altum-Skalares gelang lange Zeit nicht. Gründe dafür sind spekulativer Natur und reichen von Hormonbehandlung, Antibiotikaeinsatz bis hin zu Bestrahlung in den Exportstationen, um die Tiere künstlich unfruchtbar zu machen. Sichere Quellen dafür gibt es kaum, weshalb darauf nicht weiter eingegangen werden soll. Auffällig ist jedoch, daß insbesondere über den Handel erworbene Wildfänge selten bis nicht zur Nachzucht schreiten und sie entwickeln auch keine vermuteten sekundären Geschlechtsmerkmale. Aber nichts genaues weiß man nicht. Die erste Zucht gelang Horst Linke, der Zuchtbericht liegt mir noch nicht vor und wird später hier berücksichtigt. Insgesamt soll die Zucht ergiebig sein.

Das Wachstum junger Altum-Skalare ist enorm. Bei ausreichender Fütterung wachsen etwa 6-7 cm hohe Tiere durchaus innerhalb eines Jahres auf 18 cm Körperhöhe an.

Besondere Anmerkungen
keine
Verwechslungsmöglichkeiten
Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Skalaren, insbesondere dem normalen Skalar (Pterophyllum scalare [Lichtenstein, 1823]) bestehen nicht. Der Altum-Skalar ist deutlich höher gebaut als der normale Skalar. Zwischen den schwarzen senkrechten Streifen sind weitere je nach Stimmung der Tiere hellgraue bis dunkelgraue Streifen zu erkennen, die nach unten zu sich V-förmig verjüngen.

Literatur:
Sterba, G. (1990): Süßwasserfische der Welt. - Stuttgart (Verlag Eugen Ulmer). ISBN 3-332-00109-4

Copyright
R. Rombach (Rech) - 2002.
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